Lehrte ist eine junge Stadt, die in östlicher Richtung an Hannover grenzt. Ihre Entstehung geht auf die Eisenbahn zurück. Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes "Lerte" datiert aus dem Jahr 1147. 1843 rollte der erste Zug auf das Dorf mit 700 Einwohnern zu. 1898 verlieh der Kaiser Lehrte die Stadtrechte. Die Einwohnerzahl war auf 5.000 angewachsen. Heute leben in Lehrte und den neun Ortschaften Ahlten, Aligse, Arpke, Hämelerwald, Immensen, Kolshorn, Röddensen, Sievershausen und Steinwedel ca. 45.000 Menschen. Das Stadtgebiet ist 127 km² groß.
Die Eisenbahn ist aus dem Stadtbild Lehrtes nicht weg zu denken. Hier kreuzen die Strecken von Hannover nach Wolfsburg - Berlin und Braunschweig - Magdeburg sowie von Celle nach Hildesheim. Ebenso verkehrsgünstig ist die Lage am Kreuz der Autobahnen A 2 Dortmund – Berlin und A 7 Hamburg – Kassel. Die Wirtschaftszentren Hannover, Braunschweig, Wolfsburg und Salzgitter sind in weniger als einer Stunde erreichbar.
So ist es nicht verwunderlich, dass sich in Lehrte zahlreiche Industrie- und Gewerbebetriebe angesiedelt haben. Während früher die Eisenbahn, der Kalibergbau und die Zuckerindustrie zu den führenden Arbeitgebern gehörten, prägen heute die Niederlassungen namhafter deutscher Unternehmen die wirtschaftliche Situation der Stadt.
In Hämelerwald sind REWE und ALDI ansässig, in der Kernstadt sind es die Firmen Miele, Hornbach und Vögele. Darüber hinaus haben sich im Güterverkehrszentrum die Spedition Hellmann und der Deutsche Paketdienst angesiedelt. Miele produziert Haushaltsgeräte. Backwaren werden in der Großbäckerei Schäfer hergestellt, die von hier aus über 200 Filialen mit Brot, Brötchen und Kuchen versorgt. Ein Verteilungszentrum für Backwaren betreibt Wendeln Brot. Auch die Energieversorger eon und BEB haben Betriebsstätten in Lehrte. Abgerundet wird das Bild durch eine Vielzahl mittelständischer Handwerksbetriebe und Einzelhandelsgeschäfte, die die Wirtschaftsstruktur der Stadt bereichern.
Die Schließung der Zuckerfabrik mit der letzten Rübenkampagne im Jahre 1998 stellte für Lehrte die größte städtebauplanerische Herausforderung der Stadtgeschichte dar. Die Zuckerfabrik befand sich mitten in der Kernstadt. Seit Herbst 1999 wurden die Flächen geräumt. Sie wurden inzwischen zu einem Gelände mit Stadtpark, Einkaufszentrum und Baumarkt entwickelt. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Während die Bürger im Stadtpark bereits im Sommer flanieren konnten, hat das Einkaufszentrum im November 2005 seine Tore geöffnet. Damit wurde ein attraktiver Anschluss an die Einkaufsstraße Burgdorfer Straße hergestellt, an der sich bereits das Neue Zentrum und das City Center befinden, so dass Lehrte als Einkaufsstadt noch attraktiver als bisher geworden ist.
Auf dem Zuckerfabriksgelände blieb die „Alte Schlosserei“ als Gebäude erhalten. In ihr ist neben einem gastronomischen Betrieb auch die Städtische Galerie untergebracht, in der nicht nur Bilder- und Fotoausstellungen gezeigt werden, sondern auch Lesungen und andere künstlerische Darbietungen das Kulturleben in Lehrte bereichern sollen.
Lehrte verfügt über alle Schulformen, eine Volkshochschule sowie eine Musikschule.
Ca. 150 Vereine bieten vielfältige Möglichkeiten zur sportlichen Aktivität und Freizeitgestaltung der Einwohnerinnen und Einwohner. Traditionsreich sind die Schützenfeste in der Kernstadt und allen Ortschaften. 2005 konnte zudem die Stadt- und Schulbibliothek ihr 25jähriges Jubiläum feiern. Im großzügigen Saal des Kurt- Hirschfeld-Forums mit seiner Bühne finden zahlreiche Theateraufführungen und Konzerte statt. Anfang September zieht es zahlreiche Besucher nach draußen, wenn der Lehrter City-Lauf und das Blues-Festival stattfinden.
Das bunte Bild zeigt deutlich, dass Lehrte seinen Strukturwandel gemeistert hat und für die Zukunft gut aufgestellt ist. Die Menschen leben gern in Lehrte und fühlen sich hier sehr wohl.