Ausstellungen

Ursula Krämer

Kann man etwas finden, von dem man nicht weiß, was es ist?

In ihren Gemälden und Collagen bezieht sich Ursula Krämer auf reale Objekte aus dem Alltag sowie auf Tier- und Pflanzenformen. Doch werden die Motive aus dem ursprünglichen Zusammenhang gelöst, verändert und in einen abstrakten Hintergrund gebettet. In den Gemälden wechseln gestischer und flächiger Farbauftrag, wobei subtile Farbklänge und ungewöhnliche Farbkombinationen auftreten. Der Prozess der Abstraktion vom ursprünglichem Gegenstand wird durch stark veränderte Größenverhältnisse verstärkt bis die Formen Eigenständigkeit erlangen und frei im Farbraum schweben. Meist wird eine Thema seriell bearbeitet und variiert, doch kann jedes Bild stets für sich selbst bestehen.
Die Collagen stellen einen zweiten Arbeitsschwerpunkt dar, der durch kleinere Formate gekennzeichnet ist. Die gerissenen Papierformen mit ihren unregelmäßigen Rändern lassen ebenfalls eine Verbindung zu realen Objekten erkennen. Sie bestehen aus farbigen Papieren und werden zum Teil malerisch und fotografisch bearbeitet. Die Werke zum Thema "Warten auf Erleuchtung" fungieren als eine Art Fingerübung oder Scherzo und schaffen Raum und Zeit für neue Ideen und Projekte zwischen den malerischen Arbeitsphasen.
Die im Alltag eher unspektakulären Gegenstände gewinnen in den Arbeiten von Ursula Krämer eine Präsenz und Ausstrahlung, die ihnen eine Wesenhaftigkeit verleiht. Eine Begegnung mit dem Objekt, vor allem aber mit dem künstlerischen Prozess wird möglich, die den Blick auf den Alltag verändert und Unerwartetes bereithält.

Dauer der Ausstellung: bis 12. Februar 2023

Künstleringespräch: Sonntag, 5. Februar 2023, 16.00 Uhr

Öffnungszeiten: Dienstag, Mittwoch, Donnerstag, Freitag und Sonntag, 14.00 bis 18.00 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Vorschau

Bert Haffke / Ralph Kull
Temporäre Horizonte

Beide Künstler arbeiten unabhängig voneinander, schaffen in gemeinsamen Ausstellungen aber immer wieder einen Dialog zwischen ihren Arbeiten und dem Raum. Dabei werden grundsätzliche Fragen nach der Wahrnehmung und Bildhaftigkeit durch Farbe und Form, Motiv und Material gestellt.
Bert Haffke arbeitet mit Grundformen, dem Kreis, Quadrat, Kreuz oder Rechteck. Als schwarzes oder weißes Objekt auf der Wand platziert oder durch Metallrahmen, durchsichtigem Plexiglas oder Leuchtstoffröhren um rissen, entstehen minimalistische Setzungen. Dabei wird die Wand des Ausstellungsraumes selbst einbezogen, in dem sie zum Objekt oder zur Leerstelle im Kunstwerk wird.
Ralph Kull unterzieht die Malerei in seinen großformatigen Werken einer Überprüfung. Die Frage nach der Bildillusion in Gemälden, den Grenzen und Täuschungen der Wahrnehmung wird im Motiv des Vorhangs thematisiert. Aber auch die Kombination aus Objekt und Bild verweist auf die Inszenierung von Bildern mit realen und künstlerischen Mitteln.
Die sehr unterschiedliche Arbeitsweise beider Künstler reflektiert jeweils in anderer Form die künstlerischer Wirkung tradierter Symbole und Bildaussagen. Dabei gelingt ihnen, statt Varianten bereits vorhandener Motive, eine Brechung eingespielter Wahrnehmungsstrukturen zu erzeugen. Ihre Werke erfordern einen frischen Blick und lassen Vertrautes neu und ungewohnt  erscheinen.

Eröffnung: Freitag, 17. Februar 2023, 19.00 Uhr
Dauer der Ausstellung: bis 16. April 2023