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Aktuelle Ausstellung - Die Galerie ist bis zum 20. Dezember 2020 aufgrund der VO zum Schutz vor dem Corona-Virus geschlossen.

Ausstellungsvorschau

Christoph Bartolosch

Das anwesend Abwesende

Die Aneignung Weiterverarbeitung fremden Bildmaterial in einem eigenen künstlerischen Prozeß wird seit den 1980er Jahren mit dem Begriff der Appropriation Art bezeichnet. Christoph Bartolosch wendet diese Arbeitsweise in seinen Bildserien und Photographien an. Die Bildquellen entstammen unterschiedlichen Zusammenhängen und Zeiträumen. Schwergewichtige Lexika finden Verwendung wie schnelllebige Warenkataloge, Hotelverzeichnisse, Nachschlagewerke mit Pflanzentafeln, Gemälde alter Meister oder Standphotos aus Filmen. Diese Bildwelten prägen die menschliche Wahrnehmung und bieten Konstruktion von Wirklichkeit an.

Die Aneignung des Ursprungsmaterials erfolgt mittels verschiedener graphischer, malerischer und photographischer Verfahren, die einmal festgelegt bei einem Konvolut konsequent beibehalten werden. Dabei können Serien aus wenigen bis zu 1.000 Einzelbildern bestehen, deren vollständige Präsentation eine gewisse Herausforderung darstellt. Doch macht erst die gleichzeitige Betrachtung der gesamten Serien das Übermaß an Bildproduktionen sichtbar. Der Wunsch nach vollständiger Erfassung von Phänomenen wird ebenso enthüllt wie eine Diskrepanz zwischen Abbildung und Abgebildetem.

Christoph Bartolosch lebt und arbeitet in Hannover und im Massiv Central in Frankreich.

Ausstellungszeitraum: wird noch bekannt gegeben


Katrin Roeber

jetzt und noch

Die Überlagerung von Bildern ist ein zentrales Thema in den Arbeiten von Katrin Roeber, sowohl in ihren Gemälden als auch in ihren Collagen und Rauminstallationen. Dabei stellen die verschiedenen Bildebenen Bezüge zu unterschiedlichen Zeiträumen her, so dass sich Vergangenes und Gegenwärtiges wie in einem Sediment im Bild als Farbspuren und grafische Zeichen ablagert.

Zwei Themen sind in der Ausstellung in Lehrte zentral, Felsformationen und das Watt an der Nordsee. So unterschiedlich diese landschaftlichen Bezüge zunächst wirken, sie stehen erdgeschichtlich durchaus in einer engen Beziehung zueinander. In den monumentalen Felsen finden sich versteinerte Relikte der Urzeitmeere, Gehäuse von Schnecken und Muscheln wie Zeitkapseln einer versunkenen Welt. Das Watt hingegen ist unbeständig und unterliegt einem täglichen Rhythmus von Veränderungen. Ebbe und Flut wechseln unaufhörlich und formen nicht nur sichtbar das Watt, sondern auch die Lebensbedingungen in ihm.

Die Beschäftigung mit Prozessen und deren Spuren in der Natur, aber auch aufgrund menschlichen Handelns, strukturiert die Arbeit von Katrin Roeber. Sie findet ihren Ausdruck in transparent wirkenden Gemälden mit intensiven Farben oder Collagen aus Radierungen, Holzschnitten und Zeichnungen, die Resonanzräume für Vorstellungen und Erfahrungen bilden. Eine einzigartige Zeitreisen wird möglich, die ohne illusionistische Nachahmung auskommt, dafür aber historisches mit ästhetischen zu einem besonderen Erkenntnisfeld verknüpft.

Die aus Friesland stammende Katrin Roeber hat in Braunschweig und Düsseldorf Bildende Kunst studiert. Sie lebt und arbeitet in Düsseldorf.