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Aktuelle Ausstellung

Dorthe Goeden

once/again
In der Ausstellung stehen sich die Zeichnungen und Scherenschnitte von Dorthe Goeden gegenüber. Während sich die Zeichnungen meist auf kleine Formate sowie wenige Linien und Zeichen konzentrieren, können die Scherenschnitte enorme Größe und Komplexität entwickeln. mit dem Skalpell in Papier geschnitten oder per Lasertechnik in Karton oder Metall umgesetzt, entstehen sowohl gerahmte Arbeiten als auch frei hängende Werke. Die Scherenschnitte entfalten eine besondere räumliche Wirkung auf der Wand, aber ebenso innerhalb des einzelnen Werks.

Räumlichkeit mit wenigen Strichen zu erzeugen, ist bereits das Thema der Zeichnungen. Dabei werden Bezüge zu Natur- und Architekturformen sichtbar, die weiter abstrahiert und strukturiert in den Scherenschnitt aufgenommen werden können. Neben dem kontrastreichen Schwarzweiß entstehen zunehmend subtile Arbeiten Schwarz in Schwarz bzw. Weiß in Weiß. Die Dreidimensionalität der Scherenschnitte mit verhaltenem Schattenwurf und reliefartigen Strukturen erzeugen visuelle Eindrücke, die zwischen Ornament und Abstraktion, Gestik und Geometrie eine eigenständige Ästhetik bilden.

Die in Münster lebende Künstlerin erweitert somit die im Biedermeier beliebten Schattenbilder in eine völlig neue Bildsprache. Dabei gehen Figur und Grund, Positiv- und Negativform ungewohnte Verbindungen ein,  die das Potential des Materials und der Arbeitsweise herausfordern.

Dauer der Ausstellung: 19. September bis 22. November 2020
Öffnungszeiten: Dienstag, Mittwoch, Donnerstag, Freitag und Sonntag 14.00 bis 18.00 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Beim Ausstellungsbesuch ist eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen. Auf den Mindestabstand von 1,50 m ist zu achten. Danke für Ihr Verständnis.

Die Ausstellung wird gefördert durch die Volksbank Lehrte-Stiftung.

Künstlergespräch zur Finissage am 22. November 2020, 16.00 Uhr

Ausstellungsvorschau

Christoph Bartolosch

Das anwesend Abwesende

Die Aneignung Weiterverarbeitung fremden Bildmaterial in einem eigenen künstlerischen Prozeß wird seit den 1980er Jahren mit dem Begriff der Appropriation Art bezeichnet. Christoph Bartolosch wendet diese Arbeitsweise in seinen Bildserien und Photographien an. Die Bildquellen entstammen unterschiedlichen Zusammenhängen und Zeiträumen. Schwergewichtige Lexika finden Verwendung wie schnelllebige Warenkataloge, Hotelverzeichnisse, Nachschlagewerke mit Pflanzentafeln, Gemälde alter Meister oder Standphotos aus Filmen. Diese Bildwelten prägen die menschliche Wahrnehmung und bieten Konstruktion von Wirklichkeit an.

Die Aneignung des Ursprungsmaterials erfolgt mittels verschiedener graphischer, malerischer und photographischer Verfahren, die einmal festgelegt bei einem Konvolut konsequent beibehalten werden. Dabei können Serien aus wenigen bis zu 1.000 Einzelbildern bestehen, deren vollständige Präsentation eine gewisse Herausforderung darstellt. Doch macht erst die gleichzeitige Betrachtung der gesamten Serien das Übermaß an Bildproduktionen sichtbar. Der Wunsch nach vollständiger Erfassung von Phänomenen wird ebenso enthüllt wie eine Diskrepanz zwischen Abbildung und Abgebildetem.

Christoph Bartolosch lebt und arbeitet in Hannover und im Massiv Central in Frankreich.

Ausstellungszeitraum: 27. November 2020 bis 24. Januar 2021