Ausstellungen

Das anwesend Abwesende

Christoph Bartolosch

Das anwesend Abwesende

Die Aneignung und Weiterverarbeitung fremden Bildmaterials in einem eigenen künstlerischen Prozeß wird seit den 1980er Jahren mit dem Begriff der Appropriation Art bezeichnet. Christoph Bartolosch wendet diese Arbeitsweise in seinen Bildserien und Photographien an. Die Bildquellen entstammen unterschiedlichen Zusammenhängen und Zeiträumen. Schwergewichtige Lexika finden Verwendung wie schnelllebige Warenkataloge, Hotelverzeichnisse, Nachschlagewerke mit Pflanzentafeln, Gemälde alter Meister und Standphotos aus Filmen. Diese Bildwelten prägen die menschliche Wahrnehmung und bieten Konstruktion von Wirklichkeit an.
Die Aneignung des Ursprungsmaterials erfolgt mittels verschiedener graphischer, malerischer und photographischer Verfahren, die einmal festgelegt, bei einem Konvolut konsequent beibehalten werden. Dabei können die Serien aus wenigen bis zu 1.000 Einzelbildern bestehen, deren vollständige Präsentation eine gewisse Herausforderung darstellt. Doch macht erst die gleichzeitige Betrachtung der gesamten Serien das Übermaß an Bildproduktionen sichtbar. Der Wunsch nach vollständiger Erfassung von Phänomenen wird ebenso enthüllt wie deine Diskrepanz zwischen Abbildungen und Abgebildetem.
Christoph Bartolosch lebt und arbeitet in Hannover und im Massiv Central in Frankreich.

Dauer der Ausstellung: bis 6. Februar 2022
Öffnungszeiten: Dienstag, Mittwoch, Donnerstag, Freitag und Sonntag von 14.00 - 18.00 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Am 24., 25., 26. und 31. Dezember 2021 sowie am 1. Januar 2022 ist die Galerie geschlossen.

Bitte beachten Sie: Beim Besuch der Galerie gilt die 3 G Regel.

Vorschau

Jae-Eun Jung
Im Alltag

In den teils großformatigen Gemälden und Aquarellen werden alltägliche Gegenstände in realistischer Weise dargestellt. Doch verweisen die unaufgeregten Motive nicht nur auf sich selbst, sondern scheinen Teil einer Erzählung zu sein, bei der Menschen jedoch nicht in Erscheinung treten. Der Bildgegenstand ist frontal oder von oben zu sehen, so dass er klar erkennbar ist. Der bewußte Verzicht auf perspektivische Verkürzungen oder ungewöhnliche Blickwinkel betont die Schlichtheit des Geschehens. Dennoch wecken die Bildobjekte und Szenerien Interesse, da sie eine Vergangenheit in sich zu tragen scheinen, ohne ihre Geschichte direkt preiszugeben.
Die dominante Verwendung von blassen Farben und von Weißtönen erzeugt eine Atmosphäre von Ruhe und Unaufdringlichkeit im Bild. Die Objekte haben etwas von ihrer Alltagsschwere verloren und entfalten eine subtile Aura. Damit bilden sie eine Diskrepanz zur alltäglichen Hektik und Betriebsamkeit im Leben vieler Menschen. Jae-Eun Jung gelingt es, in ihren Gemälden die Geräusche zu dämpfen, die Minuten langsamer verrinnen zu lassen und einen Moment des Innehaltens zu evozieren.
Die aus Seoul in Süd-Korea stammende Künstlerin hat Korea und an der HBK Braunschweig freie Kunst studiert. Sie war Meisterschülerin von Prof. Norbert Tadeusz und lebt heute in Lippstadt.